Moritz als Mr GoPro

Moritz hat die Go Pro zwischen den Ohren und wir gehen erst durchs Dorf, sind dann eine Zeit lang bei uns im Garten und gehen danach durch den Wald zurück.

Im Moment versuchen wir mit unseren ForschungskollegInnen aus Linz herauszubekommen wie genau das funktioniert mit dem Hören bei Ponys. Laut Studien - von denen es nicht viele gibt - heißt es die Lokalisation von Geräuschen funktioniert mit einer Abweichung von größer als 20 Grad.
Mein letzter Versuch mit Schnalzen und Rufen gilt für mich nicht wirklich. Meine Ponys wussten, dass ich nichts von Ihnen wollte. Was man berücksichtigen müsste wäre meiner Meinung a) künstliche oder b) 'natürliche' Situation. Damit wäre der letzte Post mit den drei Videos eine künstliche Situation. Wir waren am Gehen und ich habe etwas nebenher gemacht, was sie nicht betroffen hat. Ponys sind Lauftiere, für sie war die Welt in Ordnung, den sie wussten es ist sozusagen 'Strecke voraus'. Wir waren nicht auf direktem Weg zurück zum Paddock oder Wiese. Das jetzt mal ganz grob übersetzt heißt für meine Ponys: Abwechslung im positiven Sinne.
Zum allgemeinen Verständnis: Ich bin mit mit meinen drei Ponys fast jeden Tag - und sei es nur für 15 min - im Wald unterwegs und das seit über 10 Jahren. Meistens zu dritt (oder mit mir zu viert). Das ist unsere alltägliche Situation und wir kennen im Umkreis von 10 km mehr oder weniger alles, heißt aber auch das ist IHR Terrain oder zu Hause. Ich reite nicht, sondern jogge, wandere oder spaziere. Je nachdem in welche Richtung wir gehen, wissen sie auch, ob es nur eine schnelle Runde geht oder eine Wanderung ansteht. Und ich glaube nicht, dass ich mir das einbilde, aber manchmal wird der Schritt schneller und der Kopf geht etwas hoch, wenn es nicht zur kurzen Runde geht.

Aus dem ganzen Mitschnitt habe ich 6 Ausschnitte ausgewählt, die ihre unterschiedlichen Besonderheiten haben:

1. Der Postbode kommt vorbei

Erst wird beobachtet - Straße hoch, Straße runter - dann wird fokussiert. Moritz Ohren geben durch den leichten Knick an der Spitze etwas Dramaturgie.

2. Eine Straßensperre - die ist neu

Es waren Baumfällungen im Dorf und die Durchfahrt war gesperrt. Deshalb konnte ich auch obwohl unter der Woche durchs Dorf gehen. Mache ich normalerweise nicht, weil wir viel LKW Verkehr haben. Nicht weil die Ponys scheuen, sondern weil mir das zu gefährlich ist. Zu schnell, zu dicht überholen etc.
Ponys sind Fluchttiere. Wie oben erwähnt sind wir oft unterwegs und eigentlich ist das unser Terrain, daher erschrecken sich meine Ponys selten, sondern gehen erkunden wenn es etwas Neues gibt. So hier, die Hufe tragen die Ohren zum Ort!

3. Ein Auto fährt vorbei

Das wollte ich schon immer mal 'durch die Augen meiner Ponys sehen', was passiert wenn ein Auto vorbei fährt? Es wird gehört bevor es gesehen wird, es ist mäßig interessant und sofort unwichtig wenn es vorbei ist.

4. Es wird etwas passieren

Dieses Video war eine Überraschung für mich selbst. Meine Ponys standen eine Zeit lang am Hänger angebunden bei uns im Garten. Ab und an war ich im Haus, aber ich habe auch im Garten telefoniert - mit Stefan Nitz von der MakerLounge, weil ich wissen wollte ob ich bei Pepe am Kopf noch was vermessen muss. Es ist so, dass meine Ponys wenn ich oben den Paddock sauber mache merken, wenn ich bald fertig bin und es dann los geht. Normalerweise gruppieren sie sich dann an der Stelle wo die Halfter aufgezogen werden. Am Paddock ist das Ganze sicher stark ritualisiert. In diesem Video habe ich den Verdacht, dass sie es an meiner Stimme hören, denn sie sehen mich nicht. Ich bin im Haus mit Alexander und unterhalte mich mit ihm. Da sind wir wieder bei der Intention und welche starken Signale wir senden durch Körperbewegung, -anspannung, Stimme etc.

5. Am Berg und die Lage wird gescannt

Diese Situationen sehe ich in den Aufzeichnungen öfters. Wenn das Pony frei läuft wird ab und zu angehalten und 'gescannt'. Wenn sie am Strick sind geht das ja nicht, da ich das Tempo vor gebe. Im 'Freilauf' habe ich eine etwas natürlichere Situation, obwohl der Herde gefolgt werden muss.

6. Ausklang und Sicht auf Point

Mit diesem Abschnitt wollte ich Euch Betrachter in unsere Situation einladen. So ist das meistens bei uns ... Nebenbei kann man ein bisschen Point Ohren betrachten ...

Nach soviel Material schauen und sichten ist mir etwas huschig. Ich verschmelze mit dem Pony beim Filme sehen und dann taucht dazwischen immer ein 'Alien' auf. Schwarz, mit Kapuze, unauffällig und scheint zur Gruppe zu gehören. Faszinierendes Gefühl ...

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